Bankaktien kaufen? Warum 2026 das Jahr der US-Banken werden könnte
Bank of America hat in den letzten Dezember Tagen noch ein neues All-Zeit-Hoch seit 2008 erreicht. Damit bin auch ich mit dieser Position inzwischen 130% im Plus. Trotzdem wäre eine Investition in JP Morgan besser gewesen, hier wären seit meinem Erstkauf in 2020 sogar 210% drin. Der gesamte Banken-Markt hat über den selben Zeitraum 130% Rendite geschafft.
Die Frage ist doch aber, wie geht es 2026 weiter?
Die Inhalte dieses Beitrags stellen keine Anlage-, Finanz- oder sonstige Beratung dar. Es handelt sich ausschließlich um persönliche Einschätzungen. Bitte führe deine eigenen Recherchen durch und treffe Entscheidungen selbstständig.
Kurzfassung
- Die USA holen den Präsidenten Nicolas Maduro in der Operation Absolute Resolve aus Venezuela heraus und stellen ihn in New York vor Gericht
- Trump kündigt an, dass die USA Venezuela regieren werden und schnelle Wahlen anstreben
- Eine Partnerschaft mit den Vereinigten Staaten soll das Land reich, unabhängig und sicher machen. US Ölkonzerne sollen Milliarden investieren.
Pro- und Contra für das Banken-Jahr 2026
Es gibt ein paar interessante Punkte, die auch für 2026 auf ein gutes Banken Jahr hoffen lassen:
- One Big Beautiful Bill Act (OBBBA) sieht umfangreiche Steuerentlastungen in 2026 vor und wird wohl auch Unternehmenskredite und Konsumausgaben ankurbeln
- Weitere Zinssenkungen durch die US-Notenbank (Fed)
- Zinssenkungen werden die Kreditaufnahme von Privatleuten als auch Unternehmen ankurbeln.
- Der Ausbau von KI und weiteren Rechenzentren wird die Kreditvergabe erhöhen
- Bei sinkenden Zinsen steigen die Anleihen und damit verringern sich unrealisierte Verluste in den Portfolios der Banken. Besonders Bank of America die mit Abstand die größten unrealisierten Verluste haben werden hiervon profitieren. Damit kann das Geld in andere Anleihen mit höherer Rendite investiert werden
- Kreditkarten-Kredite sollten sich nach -2,8% im 1. HJ 2025 wieder stabilisieren
- Starkes Noninteres Income (Nicht-Zins-Einkommen) durch Investmentbanking oder M&A Transaktionen. Hier wird trotz dem guten Jahr 2025 noch weiteres Wachstum erwartet
- Die US-Regierung will den Finanzsektor Deregulieren (Anpassungen bei Eigenkapitalanforderungen und Stresskapitalpuffern)
Andererseits sind die oben genannten Punkte ein Blick in eine ungewisse Zukunft. Es kann natürlich anders kommen
- Der Arbeitsmarkt könnte sich weiter abkühlen, was eine wirtschaftliche Schwächephase mit sich bringt
- Die Gefahr einer höheren Inflation durch zu starke Zinssenkungen besteht
- Eine Rezession wird von JP Morgan derzeit mit ca. 26% angegeben
Welche Bank-Aktien könnten denn profitieren?
Bank of America
Ich hoffe natürlich, dass Bank of America einiges vom Kuchen abbekommt. Vorallem die Zinssenkung sollte BofA in die Karten spielen, da sie ein riesiges Anleihen Portfolio mit unrealisierten Verlusten haben.
Zur Erklärung: Anleihen sind quasi Schuldscheine die von Staaten oder Firmen zu einem Wert mit 100% ausgegeben werden. Am Ende der Laufzeit erhält der Geldgeber (hier Bank of America) 100% zurück. Zudem bekommt BofA über die Laufzeit der Anleihe jedes Jahr einen sogenannten Coupon, also eine Dividende ausgezahlt. Der Wert der Anleihen fällt bei steigenden Zinsen, weil neue Anleihen mit einem höheren Coupon ausgegeben werden können. Wer will schon eine Anleihe kaufen die einen Coupon von 2% pro Jahr hat, während die neue Anleihe 3% einbringt? Indem Fall kann es vorkommen, dass die alte Anleihe im Wert fällt und nur noch einen Wert von 80% ausweist. Damit ist BofA 20% im Minus. Da BofA die Anleihe aber nicht verkaufen, sondern einfach bis zum Ablauf der Laufzeit warten, ist der Verlust unrealisiert. Am Ende der Laufzeit bekommen sie ja wieder die 100% zurück.
Das bedeutet konkret: Bank of America hat in der niedrig Zinsphase (2020, 2021) viele Anleihen gekauft, die Zinsen sind gestiegen, der Wert der Anleihen ist gefallen, BofA hat einen haufen an unrealisierten Verlusten angesammelt. Derzeit liegt der Betrag bei ca. 90Mrd. $ unrealisierten Verlusten. Zum Vergleich, bei JP Morgan liegen die unrealisierten Verluste bei nur 20 Mrd. $. JP Morgan ist eine doppelt so große Bank gemessen an der Marktkapitalisierung.
Folglich profitiert BofA bei Zinssenkungen stärker als andere Banken, da mehr Kapital frei wird und in Anleihen höherem Coupon invesitert werden können. Seit einigen Quartalen hat BofA noch steigene Zinseinnahmen, während alle anderen Banken sinkende oder gleichbleibende Zinseinnahmen ausweisen.
Goldman Sachs und Morgans Stanley
Die Investmentbanken Goldman Sachs und Morgan Stanley können stark profitieren, da M&A Transaktionen in 2026 weiter wachsen sollen. Schon in 2025 gab es 68 Transaktionen mit einem Wert höher als 10 Mrd. $, das hat die durchschnittliche Deal Größe auf ein neues Rekordhoch von fast 227 Mio. $ gehoben.
Es gab den 72 Mrd. $ Deal von Netflix zur Übernahme von Warner Bros., Union Pacific will Norfolk Southern für 72 Mrd. $ übernehmen, Electronic Arts wird für 55 Mrd. $ privatisiert und Kimberly-Clark übernimmt Kenvue für 40 Mrd. $.
Derzeit herrscht die Meinung, dass man schnell handeln muss, damit man den Deal nicht wieder verliert. Das treibt wiederum Preise nach oben. Außerdem sieht man, dass Private-Equity Firmen sich wieder vermehrt an Deals beteiligen, teilweise auch zusammen agieren, wie z.b. Blackstone und TPG. Man hat wohl schon Ende 2025 gesehen, dass es in 2026 weitere Spinoffs, weitere Crypto M&As und ein größerer Kapitalzufluss in Transaktionen aus Staatsfonds, insbesondere aus dem Nahen Osten. Deutschland hat ja auch einen Staatsfonds, das kannst du hier nachlesen. Banken wie Wells Fargo suchen derzeit auch massiv nach neuen M&A Consultants, ein weiteres Indiz, dass 2026 erfolgreich wird.
JP Morgan
Ich habe gelernt, JP Morgan niemals zu unterschätzen! Die größte Bank Amerikas wächst mit am schnellsten, hat die höchsten Margen, den besten Ruf und den bekanntesten und vermutlich besten CEO. Jamie Dimon macht den Job bei JP schon seit dem Jahr 2004. IN 2022 haben sie Firsrepublic Bank für ganz wenig Geld übernommen (hier habe ich mir die Finger verbrannt) und damit aber massiv Geld verdient. Sie sind durch die Niedrigzinsphase deutlich besser navigiert als z.b. Bank of America, die massiv Anleihen gekauft haben und jetzt unrealisierte Verluste haben. So etwas gibt es bei JP nicht.
Fazit
Am Ende des Tages muss man selbst entscheiden, ob man aktuell in Banken investieren möchte oder nicht. Viele Banken stehen am All-Zeit-Hoch, haben aber auch so viel Gewinn wie noch nie vorzuweisen. JP Morgan, Goldman Sachs, Morgan Stanley haben derzeit ein KGV von 16, 18 und 19 und sind damit bezogen auf den Gewinn so teuer bewertet wie eigentlich noch nie. BofA hat ein KGV von 15 und diese Bewertung aber schon mehrmals erreicht. In der Vergangenheit schwankten die Banken aber in einem KGV von 10-12, was eigentlich zu niedrig ist für Unternehmen mit 25-30% Netto Marge in einem stark regulierten Markt. Aber Banken waren schon immer niedrig bewertet, warum sollte sich daran jetzt etwas (langfristig) ändern?
Vermutlich ist es kein schlechter Zeitpunkt ein paar Bank Aktien zu verkaufen und auf andere Werte zu setzen.
Quellenverzeichnis
Hier folgt eine Auflistung aller Quellen, die ich für diesen Beitrag genutzt habe.
| Quellen | Beschreibung |
| Wall Street Journal | Banken Ausblick 2026 |
| Wall Street Journal | M&A Transaktionen 2025 und Ausblick 2026 |
| Macrotrends | Finanzzahlen Bank of America |
| Macrotrends | Finanzzahlen JP Morgan Chase |
| Macrotrends | Finanzzahlen Goldman Sachs |
| Macrotrends | Finanzzahlen Morgan Stanley |
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