Das Handelsdefizit der USA oder warum Trump Zölle einführte 

von | 13. März 2026 | Allgemein

Vor einem Jahr, im April 2025 verkündet Donald Trump Zölle für jedes Land, mit dem die USA ein Handelsdefizit aufweist. Darunter natürlich auch Deutschland und China. Aber warum ist ihm die Beseitigung des Handelsdefizits so wichtig und was ist das Überhaupt?

In diesem Artikel gebe ich eine mögliche Erklärung dafür, ich schaue mir an was ein Handelsdefizit bedeutet und wie es entsteht.

Die Inhalte dieses Beitrags stellen keine Anlage-, Finanz- oder sonstige Beratung dar. Es handelt sich ausschließlich um persönliche Einschätzungen. Bitte führe deine eigenen Recherchen durch und treffe Entscheidungen selbstständig.

Kurzfassung

  • Auch Buffett hat schon 2003 vor einem Handelsdefizit gewarnt, weil damit Stück für Stück von Amerika ins Ausland verkauft wird
  • Das Ausland (das US Dollar für seine Waren erhält) investiert folglich in die USA um eine Rendite auf ihre US Dollar zu erhalten die sonst keinen Nutzen hätten –> die USA verkauft Aktien / Anleihen ins Ausland
  • Die USA erschaffen aber so viel neuen Wert (neue Firmen und Technologien), dass ihr Vermögen schneller wächst obwohl sie teile verkaufen

Warren Buffett Erklärt

Im Brief an die Aktionäre aus 2003 erklärt Warren Buffett die Entstehung von Handelsdefiziten und warnt vor den Folgen, die entstehen können.

Darin nutzt Buffett die Metapher von zwei Städten: Verschwenderhausen (z.B. USA) und Sparerhausen (z.B. Deutschland oder China, bzw. eigentlich jedes Land das einen Handelsüberschuss mit den USA hat). In beiden Städten wohnen Menschen, die hart arbeiten. Doch eines Tages entschließen sich die Bewohner von Verschwenderhausen (USA), dass sie lieber entspannen wollen. Anstatt also selbst zu arbeiten, Güter und Waren zu produzieren, kaufen sie alles von den Bewohnern von Sparerhausen (Rest der Welt).

Da Verschwenderhausen nichts produziert mit dem sie die Waren bezahlen könnten, gibt es den Bewohnern von Sparerhausen stattdessen Schuldscheine (Anleihen) oder Eigentumsurkunden (Aktien und Land).

 Es sieht zwar so aus, als hätten die Bewohner von Verschwenderhausen das bessere Los gezogen, sie kaufen Fernseher, Autos oder Kleidung, ohne dafür schuften zu müssen. Die Bewohner von Sparerhausen hingegen ackern sich einen ab.

Aber was passiert nach einiger Zeit? Irgendwann gehört den Bewohnern von Sparerhausen so viel von Verschwenderhausen, dass alle Erträge die entstehen  (Mieten, Zinsen, Dividenden) komplett nach Sparerhausen fließen. Das Böse erwachen kommt und die Bewohner von Verschwenderhausen müssen doppelt so hart arbeiten um sich den Lebensstil weiter leisten zu können. Sie arbeiten für sich und für die Bewohner von Sparerhausen um die Mieten, Zinsen, etc. zu bezahlen.

Aus der Nation der Eigentümer ist eine Nation der Mieter geworden.

Der Versuch einer einfachen Ökonomischen Erklärung

Ein Handelsdefizit liegt dann vor, wenn ein Land mehr Importiert als es Exportiert. So importieren die USA mehr Waren/Dienstleistungen aus Deutschland als sie nach Deutschland exportieren. Damit hat die USA ein Handelsdefizit mit Deutschland.

Umgekehrt muss Deutschland dann einen Handelsüberschuss (mehr exportieren als importieren) mit den USA haben. Das Handelsdefizit mit Deutschland beträgt 87Mrd. $ in 2024 und ca. 200Mrd. $ mit China. Was passiert aber genau, wenn Deutschland oder China ein Handelsdefizit mit den USA aufweisen?

Das Unternehmen

Wenn Deutsche Unternehmen Waren an die USA verkaufen, werden sie dafür in US-Dollar bezahlt. Mit diesen US-Dollar können sie wiederum US Waren kaufen Und genau das wird natürlich auch gemacht, aber nicht ausreichend. Deutschland hatte Ende 2024 ganze 87 Mrd. $ „übrig“, die sie nicht gegen US Waren getauscht haben.

Die Bank

Da man in Europa nicht mit US Dollar bezahlen kann, tauschen die Unternehmen die US Dollar bei ihrer Bank in Euro. Die Bank wiederum möchte ja nicht einfach Dollar rumliegen lassen, Banken wollen damit Geld verdienen. Und der einzige Weg das zu tun ist, das Geld in den USA zu investieren.

Das Investieren

Die Bank investiert selbst in z.B. Anleihen um eine regelmäßige Rendite zu erhalten. Unternehmen oder Privatleute können ebenso investieren. Stell dir vor, du kaufst eine Apple Aktie an der Börse Frankfurt. Du zahlst zwar in Euro, der Kurs ist in Euro aber der wird eben nur zum aktuellen Währungskurs umgerechnet.

Die Bank kauft deine Apple Aktie in New York in US-Dollar und gibt sie dir für Euro weiter. Damit fließt der US-Dollar zurück in die USA und Deutschland hat einen Firmenanteil an einem US-Unternehmen gekauft. Und das passiert mit fast den ganzen 87 Mrd. $.

Die Folgen

Folglich verkaufen die USA Jahr für Jahr ihr Land und ihre Firmen ins Ausland. Und genau das gefällt eben dem US Präsidenten Donald Trump nicht und das ist absolut verständlich. Warren Buffett hat schon 2003 davor gewarnt, das Handelsdefizit wurde immer größer und Donald Trump versucht es zu verringern oder ganz zu beseitigen indem er Zölle einführt.

Was passiert durch die Zölle? Es wird weniger importiert, weil die Preise für Amerikaner steigen, die haben entsprechend weniger Interesse mehr Geld auszugeben und kaufen lieber einheimische (ähnliche) Waren. So weit die Theorie und es scheint auch gut zu funktionieren. Der Warenimport aus China ist 2025 um ca. 30% im Vergleich zu 2024 gefallen.

Warum Buffetts Metapher noch nicht vollständig ist

Aber warum sind die US Amerikaner dann so viel reicher als wir in Deutschland obwohl wir doch davon profitieren sollten?

Im Gegensatz zu den Bewohnern in Verschwenderhausen arbeiten die US Bewohner weiter, produzieren Güter und Waren, Gründen neue erfolgreiche Firmen und schaffen so neuen Wert. Damit vergrößert sich der Kuchen schneller als die Stücke die sie abgeben. Oder anders gesagt: Wenn du 1.000 € Schulden machst, aber dein Haus im gleichen Zeitraum um 10.000 € im Wert steigt, bist du auf dem Papier reicher geworden, obwohl du „über deine Verhältnisse“ gelebt hast.

Die USA haben es geschafft, durch Innovation so viel Wert zu schöpfen, dass der Verkauf von Anteilen an das Ausland (Sparerhausen) bisher kaum wehgetan hat.

In seinem Brief von 2003 befürchtete Buffett noch, dass der Dollar massiv abwerten könnte, wenn das Ausland keine Lust mehr auf US-Schuldscheine hat. Doch bisher ist das Gegenteil passiert: In Krisenzeiten flüchten Investoren weltweit immer noch in den US-Dollar. Buffett sagt heute oft: „Wetten Sie niemals gegen Amerika.“ Er sieht die Dynamik der US-Wirtschaft als so stark an, dass sie das Defizit „wegatmen“ kann.

Quellenverzeichnis

Hier folgt eine Auflistung aller Quellen, die ich für diesen Beitrag genutzt habe.

Quellen Beschreibung
Berkshire Hathaway Warren Buffetts Brief an die Aktionäre 2003

 

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