-33 % seit dem Rekordhoch: Ist Meta jetzt ein „Muss“ oder eine Falle?
Meta ist vom ATH bereits 33% gefallen, alleine in der letzten März-Woche ging es 15% nach unten. Was ist da los und ist das jetzt ein MUSS zum Nachkaufen? Der Artikel sollte eigentlich „kurz“ werden, aber ist mit der Zeit immer mehr gewachsen.
Für den kurzen Snack einfach die Problemstellung und Was läuft gut lesen.
Die Inhalte dieses Blogs stellen keine Anlage-, Finanz- oder sonstige Beratung dar. Es handelt sich ausschließlich um persönliche Einschätzungen. Bitte führe deine eigene Recherche durch und treffe Entscheidungen selbstständig.
Foto: Meta Platforms Aktien Analyse: Wird Meta die Milliarden Investitionen aus dem KI-Boom in Umsatz verwandeln?
Elevator Pitch
- Meta gibt Ultra viel für KI und Datencenter aus (bis $135 Milliarden in 2026 und noch mehr in 2027). Keiner weiß ob sich das irgendwann mal rechnet und wie sie es überhaupt einsetzen
- Dazu kommen Klagen die Meta in den nächsten Jahren bis zu $100 Milliarden kosten könnten
- Sie profitieren aber auch schon sehr stark von KI, Umsatz wächst stärker als zuvor und auch Whatsapp scheint endlich beizutragen
Mark Zuckerberg und Meta sehen folgendes:
Aktienkurs 2031: $3.727
Heutiger Aktienkurs: $580
Damit folgende Rendite pro Jahr: 45% p.a.
Meta wird den Top Führungskräften je $1 Milliarde zahlen, wenn dieser Aktienkurs bis in 2031 erreicht wird. Das ist so extrem optimistisch, dass ich nicht daran glaube.
Aber selbst mit deutlich konservativeren und realistischen Wachstumszahlen, kann Meta aktuell ein gutes Investment sein.
Ich habe in 2022, 2023 und 2026 bereits einige Aktien gekauft. Meta ist meine 2. größte Position.
Aktueller Stand
Ich werde nicht groß darüber reden, wie Meta Geld verdient. Das ist relativ simple: 98% ($196Mrd) kommt durch Werbung und 2% ($4Mrd.) durch „Anderes“.
Werbeeinnahmen werden vor allem auf Facebook und Instagram generiert. Geschätzt wird, dass Facebook etwas über 50% für die Einnahmen verantwortlich ist, Instagram für etwas weniger.
Whatsapp zum Beispiel verdient immernoch so gut wie kein Geld (ca. 1% Anteil). Meta hat dafür $20 Mrd. gezahlt… Der Umsatz wuchs in 2024 aber um ca. 50% auf $2,5 Mrd durch kostenpflichtige Nachrichten von WhatsApp und Meta Verified-Abonnements. Auch brachten Hardware Verkäufe wie Smartglasses oder VR Brillen gerade mal $61M (+3%) mehr Umsatz als noch 2024, gesamt also ca. $2,2Mrd. Das ist massiv enttäuschend, vor allem weil Meta die letzten Jahre ca. $80Mrd. darin versenkt hat. Puh…
Probleme? Probleme? Probleme?
Was ist also aktuell das Problem? Es wäre schön, wenn ich jetzt einfach einen Punkt auflisten könnte und sage: „Daran liegt es!“ Es sind aber mehrere Punkte, die zu dem Kursrutsch und der Unsicherheit bei Meta geführt haben. Diese Punkte stelle ich hier kurz als Snack vor, weiter unten sind sie ausführlicher beschrieben:
- Enorme KI-Ausgaben: Alleine in 2026 sollen zwischen 115 und 135 Mrd. $ dafür ausgegeben werden. Das ist fast 100% mehr als noch 2025. Was passiert aber mit dem Geld? Kann das überhaupt jemals wieder verdient werden?
- KI-Blasenbildung: Meta kauft für $100 Milliarden bei AMD Chips ein, dafür erhält Meta Aktien von AMD im Wert von $100 Milliarden. Wie lange kann so etwas gut gehen?
- Bilanzverschlechterung: Durch die Aufnahme enormer Schulden um Datencenter für KI zu bauen, verschlechtert sich die Bilanz massiv. Die Bilanz ist sogar schlechter als es auf den ersten Blick erscheint.
- Riesige Klagewelle erwartet: Im März verlor Meta 2 wichtige Gerichtsverfahren in den USA, jetzt wird befürchtet, dass weitere zehntausende Klagen folgen könnten die Meta bis zu $100 Milliarden an Schadenszahlungen kosten könnten.
- Reality Labs: Seit dem Start 2021 hat der Geschäftsbereich bereits über $80Mrd. verloren. Ist irgendwann ein Ende in Sicht und was machen die Überhaupt? Geld verdienen tun sie ja offensichtlich nicht…
- Nutzer und Umsatz: Meta hat bereits 3,58Mrd, das sind über 44% der Weltbevölkerung. Wo soll hier noch Wachstum herkommen?
- Stock-Based-Compensation: Ist das wirklich ein Problem? Am Ende frisst das einen riesigen Anteil des Free Cashflows und lässt Meta besser dastehen als es tatsächlich ist.
Aber es läuft doch auch gut!
Aber es ist natürlich nicht alles schlecht! Einiges läuft auch richtig gut und lässt (zumindest) die Hoffnung, dass Meta ein mega Profiteur werden wird. Nachfolgend sind ein paar Punkte aufgelistet, die vereinzelt weiter unten ausführlicher diskutiert werden:
- KI Ausgaben zahlen sich schon aus: Dank KI steigen Ad Conversions auf Facebook um +3,5%, das KI-Videogenerierungs-Tool erreicht schon jetzt $10Mrd Umsatz, auf Threads steigt die Nutzungszeit um 20%, und KI Bots führen in 2 Ländern (Mexico, Philippinen) bereits über 1 Millionen wöchentliche Business Gespräche.
- Umsatz stark steigend mit 22% in 2025. Gewinn wäre auch stark gestiegen, Meta hat aber eine einmalige große Steuerabschreibung getätigt. Operativer Gewinn ist jedoch um 20% gestiegen.
- Meta baut auf Wachstum und gibt seiner CFO, CPO und COO einen massiven Gehaltsboost, sollte der Aktienkurs bis 2031 bei $3.727 liegen, das sind +550% oder auch +45% pro Jahr.
- Whatsapp: Zunehmende Monetarisierung durch Click-To-Whatsapp Ads und Paid Messaging könnten in den nächsten 2 Jahren bis zu $25 Milliarden Umsatz generieren.
- Der CEO, Mark Zuckerberg, hält quasi 100% seines Vermögens in Meta.
- Enorme User Basis, Know-How, etc. erschwert es Wettbewerbern auch nur annähernd an Metas Burggraben zu kratzen.
- Starke Finanzielle Stabilität und Wachstum in der Vergangenheit, hat Meta schlechte Akquisitionen, Finanzstrafen und Gesetzesänderungen locker wegstecken lassen.
- Open Source Modell LLAMA: Meta stellt die Grundbausteine seiner KI für alle kostenlos zur Verfügung (60% aller Entwickler in den USA nutzen LLAMA), damit Entwickler weltweit die Technologie verbessern und zum Standard machen. Das spart Meta enorme Entwicklungskosten und verhindert gleichzeitig, dass Konkurrenten wie Google oder OpenAI den Markt allein kontrollieren. Und wer weiß, vielleicht verdient Meta damit irgendwann mal Geld?
KI Ausgaben – Lohnt sich das?
$28 Mrd. in 2023, $40 Mrd. in 2024, $72 Mrd. in 2025, ca. $115-135 Mrd. in 2026 und geschätzt werden über $140 Milliarden in 2027. Das ist der Betrag den Meta für CAPEX, hauptsächlich für KI und Datencenter ausgegeben hat bzw. ausgeben wird. Das ist eine derart riesige Summe. Vorallem wenn man sieht wo Meta herkommt: In 2021 waren es gerade mal $18Mrd. CAPEX. Und 2026 sind es mehr als das 7-fache, während sich der Umsatz nicht mal verdoppelt hat.
Da Meta nicht gerade dafür bekannt ist, sinnvoll viel Geld auszugeben (siehe Reality Labs oder Whatsapp), muss die Frage erlaubt sein, ob sich das jemals irgendwie rechnen kann? Und die kurze Antwort ist: Ich weiß es nicht, und ich glaube auch, dass es niemand weiß.
Das verrückte an der ganzen Geschichte ist doch, dass die großen Kunden quasi sogar vom Produzenten bezahlt werden, wenn sie einkaufen gehen. Meta wird über die nächsten Jahre $100 Milliarden in AMD Chips investieren, dafür erhält Meta Aktien von AMD im Wert von $100 Milliarden, wenn der Kurs auf $600 steigt (Verdreifachung). Microsoft investiert in OpenAi, dann kauft sich OpenAI Rechenleistung bei Azure… WTF?! Es gibt noch viele weitere solche Beispiele, das ist so komisch!
Jedenfalls, Meta macht einen entscheidenden Punkt anders als Amazon, Microsoft oder Alphabet. Meta baut diese gigantischen Rechenzentren nämlich fast ausschließlich, um die eigenen Empfehlungs-Algorithmen (Reels, Ads) zu befeuern und das eigene Open-Source-Modell Llama zu trainieren. Man kann bei Meta keine „Rechenleistung“ mieten wie bei AWS. Meta „verschenkt“ die Software (Llama), behält aber die Hardware für sich, um die effizienteste Ad-Plattform der Welt zu betreiben.
Wie machen die anderen großen 3 das? Ein riesiger Teil der Rechenleistung wird direkt an Kunden verkauft (AWS, Azure, Google Cloud). Unternehmen wie OpenAI (bei Microsoft) oder KI-Startups mieten diese Kapazitäten, um ihre eigenen Modelle zu trainieren. Gleichzeitig nutzen sie die Hardware für ihre eigenen Flaggschiffe: Google für Gemini, Microsoft für Copilot und Amazon für Nova/Olympus.
Es wird also nie einen Bereich „Meta Cloud“ geben, es ist daher schwieriger als bei den anderen zu sehen, ob und wie sich der KI Bereich auszahlen wird.
Meta gibt zumindest einige Punkte an, wie KI derzeit schon zu Umsatz und Gewinn beiträgt:
- KI-Video-Tools: 10 Mrd. $ Umsatz-Run-Rate
- KI-Video Produkt erreichte Multi-Milliarden-Run-Rate in 7 Monaten
- Verdopplung der GPUs für Ads-Ranking-Modell (GEM) führt zu +3,5 % Ad-Klicks auf Facebook und +1 % Conversions auf Instagram
- Neues Runtime-Modell: +3 % Conversion-Rate
- Meta Lattice: +12 % Ads-Qualität
- +7 % mehr organische Feed- & Video-Views auf FB
- Deutlich steigende Video-Watchtime (USA, YoY)
- +25 % mehr tagesaktuelle Reels auf Facebook
- 75 % der Instagram-Empfehlungen aus Original-Content
- Threads: +20 % mehr Verweildauer
- KI-Synchronisation in 9 Sprachen, weitere geplant
Und dass nur ein kleiner Auszug aus der Liste, wie KI Metas Business schon jetzt voranbringt. Vor allem interessant sind für mich die steigende Conversion Rate, weil die Werbetreibenden für erfolgreiche Klicks gerne mehr bezahlen als für ignorierte Banner. Außerdem ist das KI-Video-Tool und Werbe-Tool interessant. KI erstellt dir dein Werbevideo / Werbebanner, das erzielt schon jetzt $10Mrd. Umsatz. Und natürlich auch klar ist: Je besser und relevanter dein Feed, desto länger bleibst du auf der App und desto mehr Werbung wird angezeigt…
Was passiert aber mit der Hardware, wenn sie in 3-5 Jahren zu alt ist? Muss Meta dann wieder so viel CAPEX aufwenden? Mein aktuelles Verständnis ist JA, zumindest ein Großteil davon! NVIDIA bringt jedes Jahr schnellere, effizientere Chips raus. Um mitzuhalten müssen diese Chips entsprechend gekauft werden. Ein Großteil der CAPEX fließt in den Kauf dieser Chips. Entsprechend müssen diese ersetzt werden. Mein Angst ist also: Meta verdient zwar deutlich mehr durch KI, muss das Geld aber gleich wieder in neue Hardware investieren. Damit ist niemandem geholfen.
Wie wird das ganze finanziert?
Aber solange Meta das ganze aus eigener Tasche finanziert, ist es doch nur halb so wild, oder? Meta finanziert es aber nicht „aus eigener Tasche“, zumindest nicht vollständig. Meta hat inzwischen $58,7 Mrd. langfristige Schulden in der Bilanz stehen, das ist doppelt so viel wie 2024 und mehr als $0 wie im Jahr 2021.
Aber diese $58Mrd. müssten eigentlich um weitere $27Mrd. ergänzt werden, zumindest sollte man das als Investor tun. Meta baut mit Blue Owl ein Data Center, Meta gehören 20%, Blue Owl 80%. Da Meta behauptet, nicht der „Hauptbegünstigte“ zu sein und keine volle Kontrolle zu haben, müssen die massiven Schulden (27 Mrd. $ in Anleihen) nicht im offiziellen Geschäftsbericht von Meta als Verbindlichkeiten auftauchen.
Die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Ernst & Young (EY) bezeichnete das als „Critical Audit Matter“. Denn es ist zweifelhaft, ob Meta wirklich keine Kontrolle hat – schließlich liefert Meta das gesamte Know-how für den Betrieb und sind wir ehrlich, sollte das Data Center oder Blue Owl in Finanzschwierigkeiten geraten, wird Meta es retten. Meta nutzt hier komplexe Buchhaltungstricks, um die enormen Kosten des KI-Ausbaus vor den Augen der Investoren und der Bilanz zu „verstecken“.
Die Schulden werden natürlich weiterwachsen, wenn $135Mrd in 2026 und $140Mrd. in 2027 ausgegeben werden sollen, wird die Bilanz sicherlich bald über $120Mrd. langfristige Finanzverbindlichkeiten ausweisen. Der Umsatz und Cashflow kann gar nicht so schnell wachsen wie Meta das Geld „braucht“.
Apropos Bilanz: Was ist mit der Stock-Based Compensation?
Eine weitere Sache, die mir auch nicht gefällt sind die enormen Stock-Based Compensation Pakete, die lassen den Free-Cashflow nämlich höher erscheinen als er eigentlich ist. Warum ist das so?
Meta meldete für das Jahr 2025 einen Fee-Cashflow von $43,6 Milliarden. Dieser ergab sich aus einem operativen Cashflow von $115,8 Milliarden abzüglich Investitionsausgaben (CAPEX) in Höhe von $72,2 Milliarden. Auf dem Papier deckte das Kerngeschäft von Meta den gigantischen Ausbau der Infrastruktur für künstliche Intelligenz problemlos ab.
In Wirklichkeit verschlangen die direkt mit Stock-Based Compensation verbundenen Barausgaben im vergangenen Jahr $42 Milliarden oder 96 % des freien Cashflows von Meta. Die Steuern auf ausgeübte Aktien beliefen sich auf $18,4 Milliarden. Darüber hinaus gab Meta schätzungsweise $23,6 Milliarden für Aktienrückkäufe aus, um die Verwässerung auszugleichen. Damit bleibt dann nicht mehr viel übrig, der Spielraum ist aufgebraucht, auch wenn es auf den ersten Blick so wirkt als hätte Meta ja noch über $40 Milliarden FCF erzielt.
Wieviel geben aber die anderen großen aus? Alphabet weist einen Free-Cashflow von $73,3 Milliarden aus, tatsächlich liegt er nach SBC bei $36 Milliarden. Amazon weist 2025 sogar nur einen FCF von $7,7 Milliarden aus, womit sie nach der SBC sogar bei $-13 Milliarden sind. Amazon kauf auch keine Aktien zurück, womit zudem noch eine Verwässerung der Aktionäre vorliegt.
In der letzten März Woche hat Meta sogar noch ein enormes Pay-Package für CFO, CPO, CTO, Vice Chairman und COO veröffentlicht. Sollte der Aktienkurs bis 2031 bei $3.727 liegen, das entspräche einer Market Cap von $9T auf englisch (bzw. $9B auf deutsch), dann erhalten die drei je $1 Milliarde an Aktienpaketen. Sie erhalten auch schon bei geringen Kursen einen Teil der Kompensation. Ziel von dem ganzen ist, den Führungspersonen zusätzlichen Anreiz zu geben und enormes Wachstum zu schaffen.
In 2025 hat Elon Musk alleine ein Pay-Package erhalten, dass $1T bzw. $1B (auf deutsch Wert sein könnte, wenn Tesla bis 2035 eine Market Cap von $8,5T erreicht. Das sind auch ca. 500% Kurs Performance. Meta will 500% aber in der Hälfte der Zeit erreichen. Wie realistisch das ist, weiß ich nicht. Ich würde mich aber als Aktionär sehr freuen, wenn sich der Kurs in 5 Jahren versechsfacht.
Riesige Klagewelle erwartet: Was kann passieren?
Innerhalb von nur zwei Tagen verloren Meta und Google (YouTube) zwei bedeutende Prozesse in den USA:
- New Mexico (24. März 2026): Eine Jury verurteilte Meta zu 375 Millionen $ Zivilstrafen. Der Vorwurf: Meta habe Nutzer über die Sicherheit von Facebook und Instagram getäuscht und Minderjährige aktiv Gefahren durch Raubtiere und sexuelle Inhalte ausgesetzt.
- Los Angeles (25. März 2026): In einem historischen Urteil wurden Meta und YouTube wegen Fahrlässigkeit haftbar gemacht. Eine junge Frau (K.G.M.) erhielt 6 Mio. $, da die Plattformen bewusst süchtig machend designt worden seien, was zu schweren psychischen Schäden führte.
Beide Klagen sind für Meta finanziell verkraftbar, aber die Summe aus zehntausenden potenziellen Klagen könnte in die hohen zweistelligen Milliarden gehen. Denn wenn eine einzelne Frau (20 Jahre alt) $6M bekommt, was sollte alle anderen jungen Menschen daran hindern mit denselben Argumenten zu klagen? Ganz ehrlich: Wenn ich auch nur $1M bekommen würde, wenn ich klage, ich würde es tun. Die Angst ist jetzt eben so hoch, dass es enorm viele weitere Klagen geben könnte.
Das wird schon mit dem Tabacco-Moment aus den 1990ern verglichen. Lange Zeit schienen Zigarettenkonzerne rechtlich unangreifbar, bis ein Dammbruch bei Klagen zu massiven Entschädigungen und strengen Regulierungen führte. Tabakkonzerne mussten damals über $200Mrd. zahlen.
Meta hat sofort angekündigt, in beiden Fällen in Berufung zu gehen. Das Unternehmen argumentiert, dass psychische Gesundheit zu komplex sei, um sie an einer einzelnen App festzumachen. Diese Verfahren werden Jahre dauern und könnten bis vor den Supreme Court gehen. Es wird sich also noch einige Jahre ziehen, bevor hier eine endgültige Entscheidung getroffen ist.
Wo kann noch Wachstum herkommen?
Meta erreicht bereits über 44% der Weltbevölkerung, trotzdem sind die Nutzerzahlen im letzten Quartal des Jahres 2025 um 7% im Vergleich zum Vorjahr gewachsen. Nicht schlecht, oder?
Am Ende entscheiden aber nicht nur die Anzahl der Nutzer über Umsatzwachstum, sondern auch die Anzahl des gezeigten Werbematerials als auch der Preis je Werbung. Die Anzahl der gezeigten Werbung ist sogar um 18% in Q4 und 12% im Gesamtjahr 2025 gestiegen. Der durchschnittliche Preis um 6% bzw. 9%. Vor allem bei der Anzahl ist zum Jahresende eine deutliche Steigerung des Wachstums zu erkennen gewesen. Je besser KI helfen kann, die richtige Werbung zur richtigen Zeit dem richtigen Nutzer vorzustellen, desto höher der Preis je Werbefläche und desto mehr sind gewillt diese Werbung zu schalten und dafür zu bezahlen. So zumindest die Theorie.
Außerdem stellt Meta Produkte vor, mit denen man automatisch Werbebilder mit KI generieren kann. Der Umsatz bleibt also für eine absehbare Zeit extrem abhängig von der Werbung. Das bisschen Wachstum durch die Ray-Ban Brille wird da keinen großen Eindruck hinterlassen. Davon geht auch Meta aus. Aber Whatsapp scheint mehr und mehr monetarisierbar zu sein: Analysten gehen davon aus, dass durch Click-To-Whatsapp Ads und Paid Messaging in den nächsten 2 Jahren bis zu $25 Milliarden Umsatz generiert werden könnte.
Einige Länder (Australien und Indonesien) haben bereits Gesetze erlassen, dass Kindern unter 16 Jahren nicht mehr auf Social Media zugreifen sollen. Ich denke nicht, dass das einen Einfluss auf den Umsatz haben wird, selbst wenn es weltweit ausgerollt wird. Kinder sind für so gut wie keinen Umsatz verantwortlich, mit welchem Geld kaufen sie sich denn online etwas?
Bewertung
Tabelle: Bewertung anhand DCF, Multiple Betrachtung und Plan von Mark Zuckerberg.
DCF nach Phil Town
- Aktuelles EPS der letzten 12 Monate liegt bei $23,50
- Wachstumsrate von 20% p.a. für das EPS über 5 Jahre ist optimistisch aber Meta zeigte in den Vergangenen 5 bzw. 8 Jahren, dass es möglich ist
- Ich wähle 5 Jahre um es besser mit Mark Zuckerbergs Plan zu vergleichen
- Aktienkurs 2031: $1.382 (ca. 60% niedriger als Metas Plan für 2031)
- Damit fairer Wert heute bei $687
- Demnach ist der aktuelle Kurs von $580 günstiger, erreicht aber nicht den MOS Preis von $343
- Diese deutlich realistischere und trotzdem sehr optimistische Schätzung mit 16% EPS Wachstum p.a. und einem 28er KGV ist dennoch Meilenweit von Metas Plan entfernt
- 16% Wachstum kann ich mir bei Meta allerdings sogar vorstellen, in der Vergangenheit lag das EPS Wachstum bei durchschnittlich 18% (5 Jahre) und sogar bei 20% über die letzten 8 Jahre.
- Die aktuellen Ergebnisse aus dem KI Einsatz sind sehr vielversprechend und können tatsächlich das EPS steigern, solange die Abschreibungen der Infrastruktur nicht deutlich stärker wächst.
Mark Zuckerbergs Plan
- Der Plan sieht vor, den Top Führungskräften je $1 Milliarde an Aktien zu geben, wenn der Aktienkurs bis 2031 den Kurs von $3.727 erreicht
- Das wäre ein jährliches Wachstum von 45%, das wäre eine Wahnsinns Rendite
- Wenn man annimmt, dass das KGV in 2031 bei 30 liegt, müsste sich aber auch das EPS um mehr als 39% pro Jahr steigern, das ist (für mich) unvorstellbar
- Diese Annahmen sind dermaßen hoch angesetzt, dass man sich wirklich fragen muss, ob das noch realistisch ist
Fazit und meine Position
- Meta einzuschätzen ist enorm schwierig geworden. Weg vom „einfachen“ Sozialen Netzwerk und hin zur KI befeuerten Werbemaschine in Sozialen Netzwerken mit Chancen die man derzeit nicht wirklich einschätzen kann.
- Das Risiko: Die massiven Investitionen ($135 Mrd.+), die steigende Schuldenlast und die drohende Klagewelle („Tobacco-Moment“) sind reale Gefahren, die den Cashflow über Jahre binden könnten. Die Bilanz ist durch Buchhaltungstricks und Aktienkompensationen (SBC) deutlich fragiler und fragwürdiger, als sie auf den ersten Blick wirkt.
- Die Chance: Gleichzeitig beweist Meta, dass KI kein Hype ist, sondern bereits jetzt messbar Umsatz und Effizienz steigert. Mit WhatsApp als „schlafendem Riesen“ und der Dominanz von Llama im Open-Source-Bereich sichert sich Meta starke Zukunftchancen, die den Umsatz und Gewinn enorm steigern können.
- Meta hat in der Vergangenheit schon öfter bewiesen, dass es Übernahmen und massive Investitionen gegen die Wand fahren kann. Wenn das mit den KI Ausgaben auch passiert, dann gute Nacht Meta (aber auch gute Nacht Alphabet, Amazon und Microsoft).
- Das Kursziel von $3.727 bis 2031 ist imao deutlich zu optimistisch. Ich denke, dass selbst 16% EPS Wachstum pro Jahr noch optimistisch sind (wer weiß was alles passieren wird), aber deutlich realistischer. Damit hätte man mit dem aktuellen Kurs von $580 eine gute Kaufgelegenheit.
- Ich werde noch ein paar Aktien kaufen.
Quellenverzeichnis
Hier folgt eine Auflistung aller Quellen, die ich für die erstellte Analyse und Bewertung genutzt habe.
| Quellen | Beschreibung |
| Meta Platforms | 10-K 2025 (Annual Report) |
| Meta Platforms | Press Release Q4 2025 |
| WSJ | Free Cashflow und Stock Based Compensation |
| WSJ | $100 Milliarden mit mit AMD |
| CNBC | Meta Pay Package und Kursziel |
| Macrotrends | Meta Platforms Finanzinformationen, KGV Entwicklung, Kurs/Umsatz Entwicklung, Kurs/FCF, etc. |
| aktiensnack | Q4 Zahlen von Meta |




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